"Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck der aus dem Westen kommt, kopieren müssen. Ich denke Genossen, dass wir mit der Philosophie des Jeah, Jeah, Jeah und wie das alles heißt Schluss machen müssen." Walter Ulbricht, Vorsitzender des Zentralkomitees
Diese Worte lassen ungefähr erahnen, wie die damalige Situation für die Musiker aussah. In der DDR waren gute Instrumente genauso Mangelware wie viele andere Gebrauchsgüter, obwohl durchaus hochwertige Instrumente hergestellt wurden (so z.B. die „Weltmeister“-Akkordeons). Diese waren allerdings für den Export bestimmt und erreichten nur in seltenen Fällen die Musikläden. Elektronische Instrumente (Keyboards, Gitarren usw.) oder Verstärkeranlagen und Boxen zu erwerben, war fast unmöglich. Also mussten Musiker in der DDR erfinderisch sein, um ihren Beruf gut ausüben zu können und so standen Improvisation u. Notlösungen auf der Tagesordnung.
Bei illegaler Einfuhr von Instrumenten drückten die Genossen manchmal ein Auge zu. Trotzdem waren einige Tanzmusiker unter ständiger staatlicher Kontrolle.
Wer sich nicht an die 60/ 40 Regel hielt, bekam mitunter große Probleme, die bis zum Berufsverbot führen konnten. Programme mussten zu 60% aus „landeseigener“, in der DDR komponierter Musik bestehen und durfte nur 40% Kompositionen aus nicht-sozialistischen Ländern enthalten. Auf diese Weise wollte die DDR anfallende GEMA-Gebühren ( die wohlgemerkt in harter D-Mark zu entrichten gewesen wäre) für den Westen sparen. Erfolg hatten also die Bands, die mit eigenen Kompositionen und möglichst unkritischen Texten auftraten und damit die Genossen und das Publikum zufrieden stellten – eine ständige Gratwanderung!